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Long Range Certificate (LRC): Alle wichtigen Infos und ein Vergleich zu Starlink & Co. Ist der LRC noch zeitgemäß und wer braucht ihn noch?

21/05/2026
Von
Jan Göktekin
Lehrbuchautor Segeln · Atlantiküberquerung · Inhaber Sportseeschifferschein (SSS) · Trainer, Skipper und Gründer von Luvers.
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Autor:
Jan Göktekin
Das LRC gehört zu den Funkzeugnissen und steht neben dem SRC (Seefunk in Küstennähe) und dem UBI (Funk auf Binnengewässern). Anders als die Bootsführerscheine regelt es nicht, wo du fahren darfst, sondern womit du funken darfst.
Übersicht der deutschen Sportboot-Führerscheine und Befähigungsnachweise nach Revier und Befugnis
Bootsscheine See (Meer)
Bootsscheine Binnen
Quellen: 1, 2 (siehe Artikelende)
Für die meisten Sportboote: ja, allerdings als Paket und nicht durch Starlink allein. UKW-Seefunk (SRC), eine Seenotfunkbake EPIRB und Starlink oder ein Satellitentelefon decken zusammen ab, wofür früher das LRC nötig war, und verlangen dafür keinen oder höchstens den SRC-Schein.
Die typische Sicherheits- und Kommunikationsausrüstung auf einem modernen Sportboot besteht aus vier Bausteinen, von denen nur einer einen Funkschein verlangt:
Quellen: 2, 6 (siehe Artikelende)
Geht man die einzelnen Anforderungen durch, zeigt sich das Muster deutlich: Für jede Funktion, die früher die LRC-Anlage erfüllte, gibt es heute eine Lösung ohne LRC. Die folgende Tabelle stellt beides gegenüber.
| Was du brauchst | Klassische GMDSS-Lösung (LRC) | Moderne Kommunikationsgeräte | Schein nötig? |
|---|---|---|---|
| Notruf per Knopfdruck mit automatischer Position | Digitaler Selektivruf über Grenz-/Kurzwelle | Seenotfunkbake EPIRB über Satellit | kein Schein |
| Mit der Rettungsleitstelle sprechen | Grenz-/Kurzwellen-Sprechfunk | UKW-Funk an der Küste oder Anruf über Satellitentelefon oder Starlink | SRC bzw. kein Schein |
| Schiffe in der Nähe alarmieren | UKW-Funk mit DSC | UKW-Funk mit DSC | SRC |
| Wetter und Sicherheitsmeldungen empfangen | Kurzwelle oder Navtex | Internet über Starlink oder Navtex | kein Schein |
| Weltweit telefonieren und Daten senden | Kurzwelle oder Inmarsat C | Starlink oder Satellitentelefon | kein Schein |
Das LRC kommt erst dann ins Spiel, wenn du eine klassische Grenz-/Kurzwellen- oder eine fest installierte GMDSS-Satellitenanlage betreibst. Genau diese Kombination ist auf privaten Sportbooten heute die Ausnahme.
Quellen: 1, 2 (siehe Artikelende)
Für bestimmte Zielgruppen bleibt das LRC der richtige und vorgeschriebene Schein. Das betrifft vor allem klassisch ausgerüstete Langfahrtsegler:
Quellen: 2, 5 (siehe Artikelende)
Die LRC-Prüfung baut auf dem SRC auf und erweitert es um Grenz-/Kurzwelle und Satellit. Sie besteht aus einem theoretischen Teil und praktischen Sprechübungen und wird vom Deutschen Segler-Verband (DSV) oder vom Deutschen Motoryachtverband (DMYV) abgenommen.
Das musst du erfüllen
Theorieprüfung
Du bearbeitest zwei Fragebögen, einen mit 24 Fragen aus dem SRC-Teil und einen mit 14 Fragen aus dem LRC-Teil. Die Fragen stammen aus den amtlichen Fragenkatalogen, die frei bei ELWIS einsehbar sind. Inhaltlich geht es unter anderem um Funktechnik, Grenz- und Kurzwelle, Satellitenfunk und die weltweiten Schifffahrtswege.
Praktische Prüfung (Sprechübungen)
In der Praxis wickelst du Not- und Dringlichkeitsverkehr in englischer Sprache ab, terrestrisch an einer Anlage für Grenz-, Kurz- und Ultrakurzwelle. Dazu kommt der Satellitenteil über das System Inmarsat C. Diesen Satellitenteil darfst du statt an einer echten Anlage auch an einem geeigneten Computer-Simulator ablegen.
Quellen: 3, 4 (siehe Artikelende)
Das brauchst du
Den Antrag richtest du an einen Prüfungsausschuss des DSV oder DMYV, und zwar mindestens 14 Tage vor dem Prüfungstermin. Nach bestandener Prüfung wird dir das LRC ausgestellt.
Fristen im Überblick
Quellen: 3 (siehe Artikelende)
Weil das LRC auf dem SRC aufbaut, fällt der Zusatzaufwand überschaubar aus, wenn die UKW-Grundlagen sitzen. Der Schwerpunkt liegt auf den neuen Themen Grenz-/Kurzwelle und Satellitenfunk sowie auf den englischen Meldungen.
Die Prüfungsgebühr für das LRC beträgt insgesamt 187,48 € (Stand 2026). Sie ist bundesweit einheitlich geregelt. Dazu kommen je nach Anbieter noch Kurs- und Materialkosten.
Quellen: 5 (siehe Artikelende)
Nein. Für eine Seenotfunkbake EPIRB, einen Such- und Rettungstransponder sowie für Satellitenanlagen zur allgemeinen Kommunikation (auch Starlink) ist kein Seefunkzeugnis nötig. Für die EPIRB brauchst du nur eine Registrierung bei der Bundesnetzagentur. Mehr dazu unter Starlink & Co als Alternative.
Nur wenn eine Grenz-/Kurzwellen- oder GMDSS-Satellitenanlage an Bord installiert ist. Viele moderne Fahrtenyachten queren den Atlantik mit SRC, EPIRB und Starlink, also ganz ohne LRC. Mehr dazu unter Starlink & Co als Alternative.
Das hängt an deiner Funkanlage. Für reinen UKW-Funk an der Küste genügt das SRC. Sobald Grenz-/Kurzwelle oder eine GMDSS-Satellitenanlage an Bord ist, brauchst du das LRC. Mehr dazu unter Was ist das LRC.
Nein. Das LRC schließt das SRC mit ein, ein vorheriger SRC-Erwerb ist nicht nötig. Die Prüfung baut aber inhaltlich auf dem SRC-Stoff auf.
Mindestens 18 Jahre. Am Prüfungstag reichen 17 Jahre und 9 Monate.
Die Prüfungsgebühr beträgt 187,48 € (Stand 2026). Hinzu kommen Kurs- und Materialkosten je nach Anbieter.
Ja. Das LRC ist international anerkannt und unbefristet gültig.
Alle Angaben gegen amtliche Primärquellen geprüft. Aktualisiert am 23.06.2026.
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